Der heimische Chemiemarkt verzeichnete 2022 insgesamt einen nachvollziehbaren Rückgang. Im Kontext dieser Schwankungen schnitt der Markt für neue Energiechemikalien besser ab als die traditionelle Chemieindustrie und war marktführend.
Das Konzept der neuen Energien gewinnt an Bedeutung, und die Nachfrage nach Rohstoffen steigt. Statistiken zufolge zählen Lithiumhydroxid, Lithiumcarbonat (Industrieprodukte), Butadien, Lithiumeisenphosphat und Phosphaterz zu den fünf wichtigsten Chemieprodukten im Jahr 2022. Mit Ausnahme von Phosphaterz spielen alle diese Produkte eine Rolle im Kontext der neuen Energien. Angetrieben von der Elektromobilitätsbranche stiegen 2022 die Preise für Lithiumhydroxid, Lithiumcarbonat und Lithiumeisenphosphat, die eng mit Lithiumbatterien verbunden sind. Butadien, ein Produkt mit engem Bezug zur Elektromobilität, verzeichnete im ersten Halbjahr 2022 einen Preisanstieg von 144 %. Phosphaterz profitierte von der gestiegenen Nachfrage nach Phosphatdünger und den begrenzten Ressourcen und verzeichnete seit 2021 einen kontinuierlichen Preisanstieg.
Der Markt für traditionelle chemische Produkte verzeichnete 2022 einen allgemeinen, rationalen Rückgang. Die meisten traditionellen chemischen Produkte wiesen deutliche Preisrückgänge auf, die sich auf die gesamte Wertschöpfungskette auswirkten. Beispielsweise sanken die Preise für die wichtigsten Produkte wie 1,4-Butanol, Tetrahydrofuran, N,N-Dimethylammoniumfluorid (DMF), Dichlorogenase, Schwefelsäure, Essigsäure und Salzsäure um 68 %, 68 %, 61 %, 60 %, 56 %, 52 % bzw. 45 %. Auch Produkte wie Schwefelsäureanhydrid, Schwefel, Titandioxid und Phenol verzeichneten Rückgänge zwischen 22 % und 43 %. Der Trend dieser Produkte zeigt, dass der anfängliche Preisanstieg bei traditionellen chemischen Produkten nun rational nachgelassen hat. Spekulationsgewinne haben sich nach und nach abgeschwächt, was schließlich zu einem allgemeinen Rückgang der gesamten Wertschöpfungskette geführt hat.
Die Preise für Basisrohstoffe stabilisierten sich auf hohem Niveau und kehrten im Allgemeinen zum Marktgesetz zurück. Ein weiteres Merkmal des Chemiemarktes im Jahr 2022 war, dass sich die Preise für Basisrohstoffe auf einem mittleren bis hohen Niveau stabilisierten, in der ersten Jahreshälfte ein neues Hoch erreichten und sich in der zweiten Jahreshälfte wieder normalisierten. Obwohl die Preise einiger wichtiger Ressourcen, organischer und anorganischer Produkte sowie Düngemittel in der zweiten Jahreshälfte sanken, erholten sie sich später und kehrten im Wesentlichen zum Marktgesetz zurück. Beispielsweise stiegen die Preise für Pyrin, Benzid, Salpetersäure und Anilin im Jahresvergleich um 13 %, 12 %, 9 % bzw. 5 %. Diese Preissteigerungen fielen nach dem Markthoch Mitte 2022 bzw. im Oktober wieder normal. Da diese chemischen Produkte einen hohen Bedarf an Basisrohstoffen haben, konnten sie auch nach der Preisanpassung ihre starke Marktposition behaupten. Darüber hinaus sanken die Preise für Produkte wie Cycloidon, reines Benzol, Ethylenoxid, Styrol und Acrylin um 14 %, 10 %, 9 %, 5 % bzw. 4 %. Nach diesen Preisanstiegen lagen die Rückgänge jeweils innerhalb von 14 % des Anstiegs bzw. Rückgangs. Der absolute Preis befand sich im mittleren bis oberen Bereich und war relativ stabil. Die Gesetzmäßigkeiten von Angebot und Nachfrage am Markt verstärkten sich zunehmend.
Eine umfassende Analyse zeigt, dass sich der Markt für chemische Produkte im Jahr 2022 erholen und zu rationaleren Marktmechanismen zurückkehren wird. Gleichzeitig hat sich die Marktspekulation abgeschwächt, was insbesondere im Markt für traditionelle chemische Produkte deutlich wird. Mit Blick auf die Zukunft wird erwartet, dass sich der Markt für Basisrohstoffe im Jahr 2023 stabilisiert. Bei traditionellen chemischen Produkten ist eine Konsolidierung nach unten nicht auszuschließen. Produkte für neue Energien werden 2022 voraussichtlich kein Wachstum verzeichnen, die Entwicklungsaussichten sind jedoch weiterhin vielversprechend.
Veröffentlichungsdatum: 02.02.2023





