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Auswirkungen der US-amerikanischen „Gegenzölle“ auf die chinesische Wertschöpfungskette für aromatische Kohlenwasserstoffe

In der Wertschöpfungskette der aromatischen Kohlenwasserstoffe findet nahezu kein direkter Handel mit aromatischen Produkten zwischen Festlandchina und den Vereinigten Staaten statt. Die USA importieren jedoch einen erheblichen Teil ihrer aromatischen Produkte aus Asien; asiatische Lieferanten decken 40–55 % der US-Importe von Benzol, Paraxylol (PX), Toluol und Xylolgemischen ab. Die wichtigsten Auswirkungen werden im Folgenden analysiert:

Benzol

China ist stark von Benzolimporten abhängig, wobei Südkorea der Hauptlieferant ist. Sowohl China als auch die USA sind Nettoverbraucher von Benzol, ohne dass ein direkter Handel zwischen ihnen stattfindet. Dies minimiert die direkten Auswirkungen von Zöllen auf den chinesischen Benzolmarkt. Im Jahr 2024 stammten 46 % der US-Benzolimporte aus Südkorea. Laut südkoreanischen Zolldaten exportierte Südkorea 2024 über 600.000 Tonnen Benzol in die USA. Seit dem vierten Quartal 2023 hat sich jedoch das Arbitragefenster zwischen Südkorea und den USA geschlossen, wodurch die südkoreanischen Benzolströme nach China – Asiens größtem Benzolverbraucher und einem Markt mit hohen Preisen – umgeleitet wurden. Dies hat den Importdruck auf China deutlich erhöht. Sollten die US-Zölle ohne Ausnahmen für erdölbasiertes Benzol erhoben werden, könnten die ursprünglich für die USA bestimmten globalen Lieferungen nach China verlagert werden, was weiterhin hohe Importmengen zur Folge hätte. In nachgelagerten Bereichen könnten Exporte von Benzolprodukten (z. B. Haushaltsgeräte, Textilien) aufgrund steigender Zölle mit negativen Rückkopplungen konfrontiert werden.

 Toluol

Chinas Toluolexporte sind in den letzten Jahren stetig gestiegen und konzentrieren sich vor allem auf Südostasien und Indien, während der direkte Handel mit den USA vernachlässigbar ist. Die USA importieren jedoch erhebliche Mengen Toluol aus Asien, darunter 230.000 Tonnen aus Südkorea im Jahr 2024 (57 % der gesamten US-Toluolimporte). US-Zölle könnten Südkoreas Toluolexporte in die USA beeinträchtigen, das Überangebot in Asien verschärfen und den Wettbewerb auf Märkten wie Südostasien und Indien intensivieren, was potenziell Chinas Exportanteil verringern könnte.

Xylole

China ist weiterhin Nettoimporteur von Xylolgemischen und unterhält keinen direkten Handel mit den USA. Die USA importieren große Mengen an Xylol, hauptsächlich aus Südkorea (57 % der US-Importe unter HS-Code 27073000). Dieses Produkt ist jedoch von den US-Zollbestimmungen befreit, wodurch die Auswirkungen auf Arbitragegeschäfte zwischen Asien und den USA minimiert werden.

Styrol

Die USA sind ein globaler Styrolexporteur und beliefern hauptsächlich Mexiko, Südamerika und Europa. Die Importe sind minimal (210.000 Tonnen im Jahr 2024, fast ausschließlich aus Kanada). Der chinesische Styrolmarkt ist übersättigt, und Antidumpingmaßnahmen haben den Styrolhandel zwischen den USA und China lange Zeit blockiert. Die USA planen jedoch, einen 25-prozentigen Zoll auf südkoreanisches Benzol zu erheben, was das asiatische Styrolangebot weiter erhöhen könnte. Gleichzeitig sehen sich Chinas styrolabhängige Exporte von Haushaltsgeräten (z. B. Klimaanlagen, Kühlschränke) mit stark steigenden US-Zöllen (bis zu 80 %) konfrontiert, was diesen Sektor erheblich beeinträchtigt. Daher werden sich die US-Zölle hauptsächlich durch steigende Kosten und eine schwächere Nachfrage in nachgelagerten Branchen auf die chinesische Styrolindustrie auswirken.

Paraxylen (PX)

China exportiert fast kein PX und ist stark von Importen aus Südkorea, Japan und Südostasien abhängig, ohne direkten Handel mit den USA. Im Jahr 2024 lieferte Südkorea 22,5 % der US-PX-Importe (300.000 Tonnen, 6 % der gesamten südkoreanischen Exporte). US-Zölle könnten die südkoreanischen PX-Lieferungen in die USA verringern, doch selbst bei einer Umleitung nach China wären die Auswirkungen begrenzt. Insgesamt werden die US-chinesischen Zölle das PX-Angebot nur minimal beeinflussen, könnten aber indirekt Druck auf nachgelagerte Textil- und Bekleidungsexporte ausüben.

Die US-amerikanischen Gegenzölle werden primär die globalen Handelsströme aromatischer Kohlenwasserstoffe umgestalten, anstatt den Handel zwischen China und den USA direkt zu beeinträchtigen. Zu den wichtigsten Risiken zählen ein Überangebot auf den asiatischen Märkten, ein verschärfter Wettbewerb um Exportmärkte und der Druck auf nachgelagerte Produkte durch erhöhte Zölle auf Fertigwaren (z. B. Haushaltsgeräte, Textilien). Chinas Aromatenindustrie muss sich in den veränderten Lieferketten zurechtfinden und sich an die sich wandelnden globalen Nachfragemuster anpassen.


Veröffentlichungsdatum: 17. April 2025